Fliegeruhren

Fliegeruhren wurden für Piloten des zweiten Weltkriegs entwickelt und haben deshalb bestimmte Merkmale: Leutchtziffern und Leuchtzeiger gehören zur Standardausstattung ebenso wie ein robustes Armband, mit dem die Uhr nicht nur am Handgelenk, sondern auch an der Bekleidung befestigt werden kann – auch bestanden die Uhren, die tatsächlich auch von Piloten genutzt wurden, aus Weicheisen. So konnten Magnetfelder die Funktionsfähigkeit der Uhren nicht beeinträchtigen – generell ist die Bezeichnung “Fliegeruhren” nur ein anderer (nämlich Vermarktungs-)Begriff für die Gattung “Militäruhren”.

Jede “Fliegeruhr” ist somit auch für alle anderen Abteilungen der Wehrdienste gut und angemessen geeignet – auch wenn die üblichen Fliegeruhren als Pilotenuhren bekannt wurden. Doch als Herrenuhren sind sie bis zur Gegenwart nicht nur populär und flächendeckend erhältlich, sondern Fliegeruhren können auch in allen Preisklassen erworben werden – es erweist sich, dass Uhren dieser Art tatsächlich auch zur Aufwertung der Lebensqualität aller Bereiche beitragen.

Fliegeruhren haben jedoch nicht notwendigerweise ihren Ursprung als Herrenuhren – Pilotenuhren wurden bereits von Alberto Santos Dumont, einem Flugpionier aus Brasilien, um das Jahr 1906 herum konzipiert. Fliegeruhren entwickelten sich langfristig in ihren Eigenschaften der mechanischen Robustheit, des kontrastreichen Zifferblattes und der deutlich graphischen Markierung der “12″. Fliegeruhren, die nicht als Herrenuhren, sondern gerade als Pilotenuhren bzw. für die Handhabung im Militär bestimmt waren (und auch noch sind), haben eine besonders ausgeprägte Krone, die auch mit Handschuhen betätigt werden kann. Weiterhin enthielten die ursprünglichen Fliegeruhren Tachometer (oder genauer gesagt Skalen, die die Errechnung der Geschwindigkeit vereinfachen).

Im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelten sich Fliegeruhren zu einem Modeartikel (insbesondere im Zusammenhang mit Herrenuhren), namhafte Uhrenhersteller konnten diese Machart mit großen und auffälligen Ziffernmarkierungen individuell weiterentwickeln und führen diese Ideen noch gegenwärtig weiter. Im Folgenden nun seien willkürlich einige Produktionen benannt – diese Auflistung beansprucht keine Vollständigkeit, sie soll lediglich für den Verbraucher einen Anreiz darstellen, sich auf dem Markt der Herrenuhren mit einer gewissen Vorkenntnis orientieren zu können.

Als ein Beispiel für Fliegeruhren ist ein Produkt des Schweizer Uhrenherstellers IWC zu nennen – diese Firma ist bereits seit 1936 aktiv auf dem Markt der Pilotenuhren tätig. Die “Große Fliegeruhr” ist der Öffentlichkeit seit 2002 zugänglich. Auch hier (bei einem Gehäusedurchmesser von 4,6 cm) wurde darauf geachtet, dass Krone, Zeiger und Zifferblätter für diesen Typ der modischen Pilotenuhren größer als bei üblichen Herrenuhren sind. Sieben Tage an Gangreserve können hier gewährleistet werden. Doch IWC hat, wie gesagt, bereits in den letzten Jahrzehnten bei diesen Modellen in attraktiver Weise von sich reden gemacht: Die Fliegeruhren mit der Bezeichnung “Mark XI” wurden seit 1948 hergestellt (und hielten sich in ihrer Produktion bis Anfang der 1980er Jahre).

Da seinerzeit jede einzelne der Uhren bei Temperaturen in Bereichen von -5°C und 46°C getestet und akribisch auf Ganggenauigkeit eingestellt wurde, wurde diese Art der Herrenuhren tatsächlich ihrer ursprünglichen Funktion als Pilotenuhren gerecht – zivile und militärische Piloten nutzten sie. Die Firma Bethge & Söhne wurde im Jahre 1939 in der Nähe von Pforzheim gegründet. Seinerzeit stellte sie Pilotenuhren für die deutsche Wehrmacht her (die “Fliegeruhr B1″ wurde hier zu einer Legende). Auch heute werden Herrenuhren dieser Art produziert (die Firma als einziges deutsches Familienunternehmen in ausschließlicher Uhrenproduktion lässt jede einzelne Uhr einzeln in Handarbeit anfertigen).